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15. Mai2016
Kuala Lumpur

Kuala Lumpur

  • Author: Katrin
  • Date Posted: Mai 15, 2016
  • Category:

Nach dem Gespräch am Vorabend über den Reisefrust geht es unbeirrt mit dem Bus weiter in die Hauptstadt Malaysias.Am Busbahnhof in Kuala Lumpur (oder einfach nur KL) angekommen, merke ich, in einer touristischen Millionenstadt zu sein. Es gibt unzählige Ticketschalter und jeder ist für eine andere Bahn. Mit ein wenig Fragerei bekomme ich jedoch den benötigten Chip. An der Haltestelle des Hostels ausgestiegen, erschlägt mich fast der Lärm und die ganze Leuchtreklame. Es liegt direkt an einer großen Kreuzung, wo zu allem Überfluss gerade gebaut wird. Beim Einchecken bekomme ich gleich ein Paar Ohropax mit dazu… Das versprechen ja tolle Nächte zu werden.

In meinem Zimmer treffe ich auf zwei junge Holländerinnen, denen ich mich anschließe. Sie wollen gern die Nationalmoschee besuchen. Mit dem kostenlosen, lila Go-KL-Bus fahren wir bis Chinatown, schlendern über den Markt und fragen uns dann bis zur Moschee durch. Dabei kommen wir am Merdeka Square oder auch Platz der Unabhängigkeit vorbei. Als erstes fällt uns das Sultan Abdul Samad Building auf, welches verschiedene Baustile ineinander vereint. Der mit knapp 100 Metern hohe angeblich höchste Fahnenmast der Welt ist natürlich auch nicht zu übersehen. Mittlerweile hängt an diesem nach der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1957 nicht mehr der Union Jack sondern die Flagge Malaysias. Kolonial geprägte Gebäude sieht man trotzdem noch überall.

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Zur Moschee ist es von hier nicht weit, doch war der Weg umsonst. Es ist Freitag und der ist den Muslimen so heilig wie den Christen der Sonntag. Besucher bzw. Nicht-Gläubige dürfen nicht eintreten und so ziehen wir unverrichteter Dinge wieder ab. Mir reicht es so langsam, da ich noch mit der Angina zu kämpfen habe. Rechtzeitig vor dem täglichen Nachmittags-Regen schaffen wir es leider nicht mehr ins indische Viertel. Klitschnass bestellen wir Teigzubereitungen in verschiedenen Variationen mit unterschiedlichen Soßen. Lecker und günstig. Den Abend verbringe ich in trockenen Klamotten im Hostel.
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Mittlerweile habe ich mich entschieden, einen Tag länger zu bleiben und so steht am folgenden Tag ganz entspannt nur eine Sehenswürdigkeit auf dem Programm, die Batu Caves. Diese Kalksteinhöhlen liegen etwas weiter außerhalb der Stadt, sind jedoch mit dem Zug gut erreichbar. An der Haltestelle in der Nähe des Hostels gibt es eine tolle Aussicht und eine Entscheidung zu treffen. Möchte ich in einem Abteil nur mit Frauen sitzen oder in einem gemischten Abteil. Ohne Kopftuch, religiöse oder andere Gründe sehe ich für mich keinen Anlass mich nur mit Frauen zu umgeben. Außerdem sind die anderen Abteile nicht ganz so voll.
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Nach einer halbstündigen Fahrt durch ein buntes und teilweise sehr ärmlich erscheinendes KL komme ich an noch bunteren Hindu-Tempeln an. Der Vorplatz bietet einen guten Blick auf den Eingang zur Haupthöhle. Jedoch beherbergt er auch unzählige Affen, die alles klauen, was nicht niet- und nagelfest ist. Oben in der Tempelhöhle begegnet mir dann ein weniger aggressives Tier. Mit den bunten Lichtern ist alles ein wenig kitschig.
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Schöner und wesentlich spannender wird es beim Besuch der Dark Caves. Den Eingang entdecke ich erst beim Abstieg. Von anderen Backpackern habe ich jedoch schon viel positives gehört und so nehme ich die Wartezeit gern in Kauf. Tafeln am Eingang bieten bereits die ersten Informationen und Bänke sind gut, um mich noch etwas zu erholen. Die Führung übernimmt ein Doktorand, welcher in den Höhlen forscht, sein Wissen mit uns teilt und am Wegrand mit seiner Taschenlampe immer wieder Bewohner entdeckt. Erstaunlich, wie sich die Lebewesen an das Leben im Dunkeln angepasst haben.
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Das Wahrzeichen der Stadt sind die Petronas Towers. Mit zehn anderen Leuten aus dem Hostel bahnen wir uns am Abend den Weg zu den beiden Türmen. Sie sind 452m hoch und beherbergen diverse Einkaufscenter. Im benachbarten Hotel kann man die Türme aus der 33. Etage sehen. Dafür fährt man in die SkyBar und fühlt sich als Backpacker total fehl am Platz. Um einen Tisch zu bekommen, muss man zusammen mindestens 700 $ vertrinken. Selbst mit mehr als zehn Leuten übersteigt das das Budget jedes Einzelnen und so ziehen wir nach ein paar Fotos wieder ab.
Wir laufen lieber wieder zurück zum Hostel und gehen in die angrenzende Barstraße. Dort gibt es für Frauen kostenlose Getränke und für die Männer alkoholische Getränke zu unverschämten Preisen… Noch ein bisschen tanzen und dann verschwinde ich krankheitsbedingt im Bett.
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Meine Mitbewohnerinnen kommen erst im Morgengrauen zurück und so schleiche ich mich alleine auf eine weitere Erkundungstour. Dieses Mal möchte ich mir den Menara KL (KL Tower) anschauen. Wirklich spannend ist er nicht und ein Blick über die Stadt bei Tag ist unverschämt teuer. Von unten ist KL auch ganz spannend.
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Es ist Sonntag und ich möchte mir nun noch die Moschee „Masjid Negara“ anschauen. Einfach reinspazieren geht allerdings auch an einem normalen Tag nicht. Da ich zu zeitig für die „Touristen“-Öffnungszeiten bin, gehe ich in das nahe gelegene Islamische Kunstmuseum. Alte Trachten, Modelle verschiedener Moscheen, Kunst aus dem Koran und auch jüngster Zeit erwarten mich dort. Nachdem mehrere Schulklassen die Ausstellung stürmen, ergreife ich die Flucht und komme endlich in die Moschee. Um die Nationalmoschee zu betreten, bekommt man eine Art Umhang mit Kapuze und ein Tuch dazu. Glücklicherweise habe ich ein eigenes Tuch mit und muss so den Kopf nicht mit dem Schweiß tausender Touristen vor mir bedecken. Im Inneren bekommt man mittels Prospekten den Islam näher gebracht. Freiwillige stehen zu dieser Zeit ebenfalls zur Verfügung, um alle Fragen der Touristen zu beantworten. Die können noch so einfach (und wie ich mich fühle: ignorant) sein, sie werden mit großer Geduld beantwortet. Das bringt mich der Kultur und den Menschen ein ganzes Stück näher.

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Am nächsten Tag verlasse ich das Gewusel und flüchte aus der Metropole.

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